Ryze Tello Test

Nachdem die Ryze Tello Drohne bei mir angekommen ist, hatte ich ausreichend Zeit und gutes Wetter, um den Quadrocopter in einem Test unter die Lupe zu nehmen. Insbesondere die von DJI gestellte Flugstabilisierung ist für mich von großem Interesse, da sie bei Drohnen dieser Preisklasse einmalig ist. Im Ryze Tello Test zeige ich euch, wie gut sich die Drohne mit dem Smartphone fliegen lässt, wie lang die Flugzeit tatsächlich ist, wie die App funktioniert und natürlich wie gut die Bilder und Videos der Ryze Tello Drohne sind.

Lieferumfang: Standardmäßig ohne Fernsteuerung

Lieferumfang der Ryze Tello Drohne

App und Steuerung im Test

Die App an sich gefällt mir gut. Sie beansprucht nicht viel Speicherplatz, startet und reagiert schnell. Ob sie sich auch zum Steuern der Drohne eignet wird sich zeigen, wenn es zum Test an die frische Luft geht. Zunächst müssen jedoch Tello Drohne und Smartphone per App gebunden werden. Durch das Binden weiß der Copter, ganz einfach gesprochen, dass er zur Sendeeinheit (Smartphone) gehört und Befehle von dieser ausführen soll. Im Fall der Ryze Tello erfolgt die Bindung durch ein eigenes WLAN-Netz, in das man sich mit dem Smartphone einklinkt. Das hat den Vorteil, dass gleichzeitig Live-Bilder auf das Handy übertragen werden können, aber auch Nachteile wie sich noch zeigen wird.

Ryze Tello binden: Drohne mit Smartphone koppeln
MircoSD-Anschluss zum Laden des Quadrocopters

Indem man die Tello Drohne anschaltet und per WLAN und App eine Verbindung herstellt kann es auch schon losgehen. Das erste Live-Bild steht und sieht auch eigentlich ganz nett aus!

Günstige FPV-Drohne wie Ryze Tello per Smartphone starten

Die Ryze Tello Drohne hat einen automatischen Start- und Landevorgang, heißt man muss sich keinen Kopf machen, wieviel Schub man braucht. Einfach das Symbol im Interface anwählen und mit einem Swipe die Tello Drohne starten lassen. Im Test funktioniert das ausgesprochen gut, sowohl Start als auch Landung sind sanft und sicher.

Wie angesprochen steuert man den kleinen Quadrocopter ja per Smartphone. Dazu sind auf dem Display Wirkungskreise mit Symbolen angezeigt, in denen man die Daumen je nach Belieben und Vorhaben bewegt. Die Belegung ist wie in Modus 2 der meisten Fernsteuerungen von Drohnen, heißt Schub und Gieren links, Rollen und Nicken rechts. Im Testflug funktioniert das sehr gut, ein wenig zu start gedämpft aber da kann man ja nachhelfen. Für Anfänger und Einsteiger ist die Steuerung der Tello-Drohne jedoch sehr vorteilhaft und angenehm!

Ryze Tello Test: So fliegt sich der Copter

Ryze Tello Review: Wie gut ist die Drohne

Auf den ersten Metern muss ich mich erst einmal an die Steuerung gewöhnen. Gerade der erste Augenblick des Steuerns verschwindet oft in einer vielleicht etwas zu starken Dämpfung, ist der Quadcopter aber in Bewegung lassen sich sämtliche Flugmanöver schön durchführen. Gieren, Rollen, Nicken funktionieren ebenso reibungslos wie das Zugeben und Nehmen von Schub. Im Vergleich zu anderen günstigen Mini-Drohnen kann der Ryze Tello Copter seinen VPS-Vorteil (Visual Positioning System) deutlich ausspielen und überzeugt durch die stabile Höhen- und Positionshaltung. Dadurch kann man bei Fotos und Videos in aller Ruhe die Drohne ausrichten und den Auslöseknopf auf dem Display drücken. Auch bei Wind konnte ich die Ryze Tello testen und war recht erstaunt, wie unerbittlich sie die Position hielt. Insbesondere bei Seitenwind ging der Copter in eine deutliche Schräglage (siehe Test-Bilder unten) und blieb trotzdem stabil. Natürlich ist eine so preiswerte Drohne nicht allwettertauglich, aber eine viel bessere Performance habe ich bisher für diesen Preis noch nicht gesehen.

Flugzeit im Test: Stimmen die 13 Minuten angegebene Flugdauer?

Üppige 13 Minuten maximale Flugzeit waren ja beim Tello Quadrocopter angegeben und ich war sehr gespannt, inwieweit das der Realität entspricht. Hier und da wird bei der Anpreisung von Drohnen ja etwas übertrieben… Nicht so in diesem Fall: In 3 Testflügen konnte ich 11 bis 13 Minuten am Stück fliegen. Die Betonung sollte auf aktivem Fliegen (nicht Schweben) liegen, in einem windstillen Raum wäre sicher noch mehr drin.

Ryze Tello Akku: Flugdauer im Test

Was zehrt am meisten an der Batterie?

Am schnellsten verliert man Flugzeit wenn man gegen Wind ankämpfen muss oder automatische Flugmodi durchführt. Bei relativ unangenehmen Wind wurden bei Testflug #4 nur 9 Minuten erreicht, ehe der Batteriebalken allzu rot wurde und ich die Tello Drohne lieber sicher gelandet bin.

Ryze Tello Test: Reichweite beträgt maximal…

… definitiv keine 100 Meter! Um ehrlich zu sein weiß ich nicht, wie man auf diese Zahl gekommen ist. Vielleicht wurde auf halber Strecke ein WLAN-Repeater installiert aber in der Standardverbindung zwischen Smartphone (Samsung S8) und Tello Drohne kam ich im Test maximal auf 30-40 Meter, ehe mir eine Warnnachricht auf dem Display angezeigt wurde. Diese besagte, dass die Verbindung zu schlecht sei. Schlecht ist dann auch das richtige Wort, denn die Befehle werden nur noch mäßig sauber ausgeführt und auch sonst fühlt es sich zunehmend unsicher an. Also lieber bei 20-30 Meter Distanz bleiben.

Heißt das nun die Kiste ist Schrott?

Nein ganz sicher nicht! WIFI-Verbindungen sind schon immer räumlich und qualitativ sehr begrenzt, weswegen ich gar kein Fan von denselben bin. Insbesondere bei günstigen FPV-Drohnen, also Drohnen mit Live-Bild (zu denen auch die Ryze Tello gehört), wird jedoch leider allzu oft nicht nur der Video-Datentransfer, sondern auch die Befehlsübermittlung per WIFI realisiert. Also kein Grund zur Sorge, wer eine Drohne unter 100 Euro kaufen will, muss eine begrenzte Reichweite hinnehmen.

Ryze Tello Test: So gut sind Fotos und Videos

Folgende Bilder habe ich auch unter Wind (siehe ggf. Schräglage) angefertigt. Sie sollten die Qualität ausreichend belegen.

Tello Kamera im Testbericht
Ryze Tello Reichweite

Bei dieser Entfernung kam dann wieder eine Warnmeldung bzgl. der maximalen Reichweite.

Qualität Ryze Tello Drohne

Die Bilder und Videos werden auf dem Handy in entsprechenden Ordnern abgelegt und können so leicht geteilt oder gesichert werden.

Taugen die Selfie-Modi etwas?

Von Haus aus kommt diese Mini Drohne ja mit weit besseren Flugmodi daher als vergleichbare Copter. Während andere Drohnen unter 100 Euro eigentlich immer nur selbstmörderische Flips im Petto haben, scheint die Ryze Tello der Konkurrenz in dieser Hinsicht zu enteilen: Bounce, 8Flip, Throw & Go, Circle und Up & Away heißen die autonom durchgeführten Manöver. Entsprechend gespannt bin ich wie sich diese im Test beweisen, was man als Pilot selbst noch alles tun muss — und ob ich nach dem ersten oder zweiten überhaupt noch eine Drohne habe (oder sie in den Büschen hägt…).

Nachdem Start und Landung per Touchbefehl ja super geklappt haben wage ich mich als erstes an den Up & Away. Dieser sollte ja rückwärts in einem ca. 30° ansteigenden Winkel von mir wegfliegen. Das klappt im Test auch super — einfach per Smartphone Modus auswählen, Touch auf Display Button und ab geht’s! Die Ryze Tello bewegt sich langsam von mir weg und gewinnt an Höhe. Der Copter liegt dabei ruhig in der Luft, die Kamera bleibt auf mich gerichtet.

Ich bin ziemlich beeindruckt und begeistert! Am Ende der Reise erscheint leider die obligatorische Warnung bezüglich der Reichweite, die Drohne bekomme ich aber ohne Probleme heimgeflogen.

An dieser Stelle einen Dank an die Entwickler: Wann immer man einen solchen Flugmodus mit der Ryze Tello Drohne durchführt, wird automatisch ein Video angefertigt. Warum auch nicht? Tja, fragt doch mal die Entwickler der DJI Mavic Pro und Air… da habe ich schon viele coole Szenen nicht aufgenommen, weil ich vergessen hatte auf den Aufnahme-Knopf zu drücken.

Aber zurück zum Ryze Tello Test und der Frage: Ist die Video-Qualität gut?

Am Rechner gucke ich mir das Video an und muss feststellen, dass es zwar recht pixelig ist, insgesamt aber doch ziemlich gut für eine so günstige Drohne.

Ähnlich läuft es bei den anderen Flugmodi, insbesondere der Circle gefällt mir auch ausgesprochen gut. Weniger gut gefällt mir der Bounce Mode, bei dem der Ryze Tello Quadrocopter einfach nur 10 Sekunden lang ca. 30 Zentimeter hoch steigt und wieder fällt.

Fazit zum Ryze Tello Test

Wenn ich die kleinen Probleme mit der Reichweite außen vor lasse gefällt mir der Ryze Tello im Test super gut. Die Drohne ist flink und gleichzeitig stabil und eignet sich daher super für Anfänger, Einsteiger und jugendliche Piloten (Kinder). Auch die Flugmodi gefallen mir gut, auch wenn sie natürlich nicht an die Qualität und Funktionalität von high end Kameradrohnen herankome. Gleiches gilt natürlich auch für die Kamera selbst — doch wer will das auch für einen Preis von nicht einmal 100 Euro erwarten?!

Schlussendliche Bewertung zum Ryze Tello Test: Wer eine wirklich günstige FPV-Drohne für weniger als 100 Euro sucht, muss hier zuschlagen!

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