8 Drohnen im Vergleich

Von: Sebastian, Datum: 10.02.2017

Günstige Selfie-Drohne mit Kamera Kimon Quadrocopter

Das Ende des Selfie-Sticks naht: Immer mehr Hersteller von Multicoptern präsentieren ihre sogenannte "Selfie-Drohne". Diese neue Sonderform unterscheidet sich prinzipiell nicht von normalen handelsüblichen Drohnen, die in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebten. Durch ihre Fähigkeit des autonomen Flugs und der objektbezogenen Videofunktion bergen die Selfie-Drohnen jedoch reichhaltiges Potenzial und könnten im Bereich der Consumer-Copter das nächste "große Ding" sein. Was Sie zu Selfie-Drohnen wie DJI Mavic Pro, Hexo+, DJI Phantom 4, Yuneec Breeze und GoPro Karma wissen müssen, welche die erste selbstständig folgende Drohne war und für wen sich eine Selfie-Drohne überhaupt lohnt, erfahren Sie hier.

Durch technische Entwicklungen im Bereich der Sensorik und Robotik sind Multicopter immer mehr in der Lage ihre Umgebung wahrzunehmen und eigenständig darauf zu reagieren. Damit werden sie einerseits für neue Zielgruppen interessant, andererseits ergeben sich durch den autonomen Flug ganz neue Anwendungsfelder. Die Selfie-Drohne im Speziellen ist ein Resultat beider Punkte, da sie für Personen interessant wird, die vorher wenig mit Multicoptern und deren Steuerung zu tun hatten, nun jedoch zwecks Selbstdarstellung die Vorzüge einer folgenden Drohne genießen will. Das Prädikat "folgende Drohne" kann man wörtlich nehmen: Beim Einsatz eines entsprechenden Copters ist keine RC-Fernsteuerung nötig – die Drohne folgt dem definierten Objekt und macht gleichzeitig Videoaufnahmen.

Die besten Selfie-Videos:

 

Ein Zusammenschnitt toller "Dronies", bei denen zumeist DJI Drohnen genutzt wurden.

Welche Selfie-Drohnen gibt es?

Innerhalb der letzten Jahre ist der Markt der Selfie-Drohnen rasant gewachsen und ist heute nicht mehr nur von Nischenherstellern und Startups besiedelt, sondern wird zunehmend von Platzhirschen wie DJI besetzt. Mit dem DJI Phantom 4 Quadrocopter und dem DJI Mavic Pro sind dank visual tracking auch Selfie-Aufnahmen möglich, wobei das bei der Drohne aus Fernost eher Bei- als Hauptwerk ist. Als Spezialisten für Selfie-Drohnen gelten Projekte wie die Lily Camera Drone, Hexo+, Nixie oder die Airdog Drohne.

Während sich viele Projekte noch in der Start- und Testphase befinden ist vor allem der Hexo+ Hexacopter, die Hover als Selfie-Drohne am Markt erhältlich.

Die 8 besten Selfie-Drohnen im Detail

1. Kimon Quadrocopter für rund 465€*

Günstige Selfie-Drohne mit Kamera Kimon Quadrocopter

Kimon Quadrocopter: Faltbar mit 4K Kamera

Als eine der kleinsten Selfie-Drohnen bietet die Kimon von Keyshare Technologies alles, was man sich für Selfies aus der Luft wünscht: Kleiner Preis, ordentliche Flugzeit, 4K Video (25 Frames), 16 Megapixel und die Möglichkeit, Akkus bequem austauschen zu können. Das macht die Kimon Drohne gerade für den Urlaub ideal, da man schließlich nicht an jeder Ecke den fliegenden Selfie-Stick aufladen kann. Fünf Modi stehen einem zur Verfügung: Das „Standard“-Selfie, 360° Panorama, 45° Aufnahmen, Folgen-Funktion und Panorama-Selfie. Die Aufnahmen selbst können in Burst-Mode, Zeitraffer, Slowmotion, Einzelbild und Video gemacht werden.
Rund 15 Minuten Flugzeit können realisiert werden.

2. DJI Mavic Pro für 1199€*

DJI Mavic Kamera mit 4K Qualität

Kann viel mehr als nur Selfies: DJI Mavic Pro

Auch wenn der faltbare Quadrocopter von DJI keine reine Selfie-Drohne ist, muss er in diese Liste aufgenommen werden. Der DJI Mavic Pro ist hochwertig verarbeitet, äußerst einfach zu fliegen und verfügt über eine Reihe von Flug- und Videomodi, die es möglichmachen, Shots in allen Lagen zu produzieren. Damit man sich nicht auf die Drohne konzentrieren muss, kann der DJI Mavic ein Objekt visuell erkennen und diesem selbständig folgen. Das ist gerade für Situationen wie Kajakfahrten und Radtouren toll.
Mit 4K-Video, 12 MP und einer realistischen Flugzeit von rund 20-25 Minuten ist der Mavic der Platzhirsch der kleinen und performanten Drohnen. Mit einem Preis von 1199€ liegt er allerdings deutlich über dem Niveau übriger Selfie-Drohnen.

3. Yuneec Breeze für rund 380€*

Yuneec Breeze Drohne die folgt

Kleine 4K Drohne die folgt: Yuneec Breeze

Zwar nicht klappbar, aber trotzdem klein und kompakt ist die Yuneec Breeze. Mit dem handlichen Quadrocopter (24 cm Durchmesser) können Videos in 4K aufgezeichnet werden, wobei die Kamera auch Einzelbilder (13 Megapixel) ermöglicht. Gesteuert wird die kleine Drohne per Smartphone-App, die auch gleichzeitig ein Livebild zeigt. Dieses wird mit 720p übermittelt, sodass man jederzeit die optimale Position für ein schickes Selfie findet. Eine Vielzahl von Flugmodi machen die Manövrierung leicht, wobei auch eine Unterstützung durch GPS stattfindet.

4. Hexo+ für rund 600€*

Hexo+ Drohne die folgt

Hexacopter für GoPro Kameras: Hexo+

Aus einer Kickstarter-Kampagne heraus entstanden machte es der Hexo+ deutlich besser als die Lily Camera Drone. Letztere wurde zwar auch erfolgreich über Crowdfunding finanziert, jedoch nie finalisiert. Der Hexo+ ist der einzige Hexacopter in dieser Liste, besitzt also 6 Achsen mit Motoren, die in der Theorie eine präzisere Manövrierung und Balance ermöglichen. In der Praxis hat sich der Hexo+ nicht nur als Selfie-Drohne bewährt, hat allerdings eine Eigenschaft, die sowohl als Stärke als auch als Schwäche ausgelegt werden kann: Der Hexo+ kommt zwar mit Gimbal aber ohne Kamera daher! Das ist schlecht, da er ohnehin nicht ganz günstig ist und man bei anderen Selfie-Drohnen mit Kamera schon rundherum ausgestattet ist. Gut ist daran allerdings, dass man sich frei auf dem Kamera-Markt bewegen kann und von Qualitäts- und Preisveränderungen profitieren kann. Sollte einem die Hero4 beispielsweise nicht mehr genügen, kann man eine Hero5-Actioncam anbringen.

5. DJI Phantom 4 für rund 1000€*

DJI Phanto 4 Quadrocopter: Mehr als eine Selfie Drohne

Flaggschiff aus Fernost: DJI Phantom 4 kann mehr als bloß Selfies!

Wie auch der DJI Mavic Pro ist die DJI Phantom 4 keine reine Selfie-Drohne —und schon gar nicht klein und handlich. Allerdings besitzt das Flaggschiff aus Shenzhen so viel Potenzial für Selfies und Verfolgungsflüge, dass man den Quadrocopter schlichtweg wenigstens erwähnen muss. 4K-Kamera, 13 MP, 20-25 Minuten Flugzeit und eine easy-to-use-Philosophie, die man DJI einfach nicht streitig machen kann.

6. Hover Passport Camera für rund 599€

Hover Passport Camera Drone folgt und filmt

Eine Drohne in Buchformat: Die klappbare Hover Passport Camera

Eine Drohne, die man wie ein Buch mittig zusammenklappt? Das hatte sich bis zur Hover Passport Camera Drohne keiner getraut. Nun, da die ersten Modelle ausgeliefert werden, zeigt sich, dass das Prinzip durchaus flugfähig ist, auch wenn die Flug- und Bildstabilität im Vergleich zu Drohnen wie dem Mavic Pro zu wünschen übrig lässt. Das liegt natürlich einerseits am Preis und am fehlenden Gimbal. Mit rund 600 Euro ist die Hover Passport Camera zwar auch nicht ganz günstig, liefert dafür aber 4K-Video, 13 MP, maximal 10 Minuten Flugzeit und eine Reichweite von rund 20 Metern. Keine Drohne für große Flüge also, aber für das Selfie tut es die Handtaschen-Drohne allemal!

https://gethover.com
Preis: 599€



7. Nixie

Nixie Drohne für Selfie-Shots

Als Armband oder fliegender Selfie-Stick: Nixie Drohne

Während einige Selfie-Drohnen ein Armband mit integriertem Tracker brauchten (Stichwort Lily Camera Drone), hat man sich bei der Nixie-Drohne gedacht: Warum nicht die Drohne selbst um das Handgelenk wickeln?

Diese Idee schlug auch beim Make it wearable Contest ein, weswegen die Entwickler der Nixie-Drohne ein sattes Preisgeld von 500.000$ für die weitere Produktentwicklung einstreichen konnten. 1080p sollte die Kamera liefern können, über einige Flug- und Trackingmodi verfügen. Zielgruppen dieser kleinen Selfie-Drohne sollten Nischensportler wie Kletterer sein. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Nixie-Drohne noch nicht erhältlich.
http://flynixie.com

8. ZeroTech Dobby für rund 499€*

ZeroTech Dobby Drohne: Folgender Quadrocopter

Kleine Selfie-Drohne mit einklappbaren Achsen: ZeroTech Dobby Drone

Eine der beliebtesten Selfie-Drohnen ist die ZeroTech Dobby, ein faltbarer Quadrocopter in weißem Apply-Style. Zusammengeklappt bringt es die ZeroTech Dobby Drohne auf eine Größe ähnlich eines iPhones, weswegen sie in jedem Fall einfach und sicher zu transportieren ist. Mit der in der Front angebrachten 4K Kamera lassen sich Fotos mit 13 MP anfertigen und Videos mit stabilisierten 1080p realisieren. Wie bei aktuellen Drohnen üblich, kann man das Live-Bild per WIFI an das Smartphone oder Tablet schicken und so die optimale Position für das Selfie suchen. Preislich sortiert sich die ZeroTech Dobby im Mittelfeld der Selfie-Drohnen ein.

Fazit: Welche soll es sein?

Aktuell sind insbesondere die Kimon Drohne und die ZeroTech Dobby interessant. Sie überzeugen mit kleiner Größe, hochauflösenden Fotos und Videos, akzeptabler Bildstabilisierung und einem fairen Preis. Wer mehr als nur eine Selfie-Drohne haben möchte, sollte zum DJI Mavic Pro greifen, den ich zur Zeit selbst sehr gerne fliege. 


Warum Selfie-Drohnen kommen mussten

Hinsichtlich des begrifflichen Ursprungs muss man wohl keine vielen Worte verlieren: Dem Englischen "Selfie" (Selbstportrait) im Hanybereich entlehnt, wird die Idee auf Drohnen augeweitet, was schlichtweg bedeutet, dass man sich selbst vom Copter fotografieren oder filmen lässt. Das ist natürlich ein alter Hut und jeder Hobbypilot hat mindestens ein Luftbild von sich.

Neu ist allerdings, dass man nicht nur Luftaufnahmen von sich aufzeichnet, sondern Luftaufnahmen von sich während man etwas Anderes macht – zum Beispiel Snowboarden oder Kajak fahren oder ... Da man sich bei diesen Tätigkeiten gerne filmen würde und man natürlich keine 2 Hände für die Steuerung des UAV (Unmanned Aerial Vehicle) frei hat war die selbst folgende Drohne – oder auch Selfie-Drohne – nur eine Frage der Zeit.

Folgende Drohne ohne Steuerung? So geht's

Da der eigentliche Clou einer Selfie-Drohne ja darin liegt, dass man sich bei einer möglichst eindrucksvollen Tätigkeit filmen lassen kann – natürlich aus der Luft und ohne aktives Steuern – müssen die Drohnen wissen, welchem Objekt sie folgen müssen. Hierfür gibt es aktuell mehrere Methoden, die unter anderem eine sogenannte tracking device beinhalten. Diese ist besonders von der Lily Camera Drone bekannt und kann dort wie eine Uhr in einem Armband getragen werden. Durch diese Bindung von Multicopter und tracking device können wichtige Parameter wie Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit, Beschleunigung usw. aufgezeichnet und an die folgende Drohne übermittelt werden. Das UAV weiß dann, wie schnell sich der Träger (und damit das Filmobebjekt) bewegt, wohin es geht und wie groß der Abstand ist. Per Voreinstellung kann man bei hochpreisigen Modellen festlegen, in welcher Entfernung die Drohne folgen soll und aus welcher Richtung Luftaufnahmen gemacht werden sollen.

Eine andere Möglichkeit hat DJI mit dem Phantom 4 Quadrocopter vorgestellt, der ja per se keine reine Selfie-Drohne ist, aber diese Funktion durchaus beherrscht. Während andere, meist günstigere, Hersteller auf die angesprochene tracking device setzen, weiß sich die Phantom 4 Drohne anhand visueller Datengenerierung zu orientierung. Beim sogenannte visual tracking definiert man vor oder während des Fluges ein Zielobjekt, wobei die Software anhand der Objektgröße, Form, Farbe usw. Identifikatoren festlegt.

Obejkterkennung, Abstürze und robuster Aufbau

Wer eine selbststeuernde Drohne einsetzen möchte, sollte entweder ein Modell mit Objekt- und Hinderniserkennung kaufen, oder sich eine möglichst leichte Fluggegend suchen – ansonsten wird jeder Ast zur veritablen Absturzgefahr. Diesen Umstand erkennend setzen Hersteller für eine günstige Selfie Drohne auf robuste, leicht zu ersetzende Materialien und Frames. So soll die Selfie-Drohne im Fall eines Crashs vor fatalen Schäden an der sensiblen Elektronik bewahrt werden.

Alternativ gibt es mit der Hexo+ Drohne, der Lily Camera oder der Phantom 4 auch die Möglichkeit, einen Multicopter mit Objekt-/ Hinterniserkennung und entsprechender Ausweichfunktion zu kaufen. Zwar haben die vorher angesprochenen Selfie-Drohnen oftmals auch eine Art Hinderniserkennung, doch ist das System günstig gehalten und eher für den einfacherern Hobbybereich gedacht.

Was kostet eine Selfie-Drohne?

Wer eine Selfie-Drohne kaufen möchte, muss sich darauf gefasst machen, einige Hundert Euro auszugeben (wie obige Beispiele zeigen). Der Hexo+ Hexacopter kostet aktuell rund 600 Euro, die ZeroTech Dobby Drone rund 500 Euro und der transportable Allrounder DJI Mavic Pro satte 1199 Euro.

Wer es günstiger haben möchte muss natürlich auf viele (sicherheitsrelevante) Funktionen verzichen und deutliche Abschnitte im Bereich Videoqualität machen – dürfte allerdings auch mit gut 300 Euro fündig werden.

Inwiefern diese Winzlinge dann für Outdooranwendungen wie Kajak fahren, Ski, Snowboarden, Mountainbiken, Klettern usw geeignet sind, sollte kritisch betrachtet werden. Wer sich bei solchen "rauen" Tätigkeiten filmen lassen und dafür eine selbst folgende Drohne einsetzen will, sollte nicht auf den günstigsten Preis achten.

Das Thema Sicherheit

Wie sich Selfie-Drohnen in den Rahmen der gesetzlichen Vorgaben einfügen, dürfte noch interessant zu betrachten sein: Einerseits werden vermehrt fachfremde Personen zu Käufern, die keine oder wenig Vorkenntnis haben, was Akku-Leistung, Flugverhalten etc. angeht. Zudem basieren vor allem günstige Selfie-Drohnen auf Bluetooth-Verbindungen, was vor allem im innerstädtischen Bereich leicht zu Störungen führen kann.

Andererseits bietet die Natur der Selfie-Drohne reichlich Anreize des Missbrauchs, schließlich muss jede Drohne zu jeder Zeit vom Piloten kontrollierbar sein.