Jetzt geht es zur Sache: Der Drone X Pro Test steht an.

Lange habe ich auf diesen Augenblick gewartet. Über Wochen habe ich überall im Web Werbung für den Wundercopter Drone X Pro gesehen und markige Marketingslogans auf mich einprasseln lassen. Natürlich ein Versprechen markiger als das andere. Doch nun ist die Drohne endlich hier in meinen Händen und wird unverschämterweise später wieder ihren Platz neben den anderen Drohnen finden.

In diesem Testbericht zeige ich, was in der Drone X Pro steckt und wie sich der faltbare Quadcopter im Vergleich zu anderen Modellen der Preisklasse schlägt.

Infos zur Drone X Pro

Typ: Mini-Drohne
Geeignet für: Einsteiger, Hobby
Größe: klein
Hersteller: Eachine

Gewicht: 95 Gramm
Plakette benötigt: nein
Kamera: 1280x720p
Preisklasse: bis 100 Euro

Hier kannst Du die Drone X Pro kaufen

Drone X Pro kaufen

Lieferumfang: Das ist im Paket der Drone X Pro

Drone X Pro Lieferumfang: Das ist in der Box

Schicker Transportkoffer der Drone X Pro

  • Drone X Pro Quadrocopter (Eachine E058)
  • Fernsteuerung
  • Akku
  • Transportkoffer
  • Schutzrahmen
  • Ladetechnik
  • microSD-Karte
  • Handbuch
Drone X Pro kaufen: Test zeigt Stärken & Schwächen

Allerlei Zubehör der Drone X Pro: Im Vergleich zu anderen Mini-Drohnen top!

Die Drone X Pro wird mitsamt eines kleinen Köfferchens geliefert. Das ist ehrlich gesagt ziemlich schick! Der Transportkoffer hat außen eine glänzende Hartschalenoptik und ist innen mit Schaumstoffeinlagen gepolstert. Rückblickend muss ich sagen: Der Koffer ist besser als der Inhalt. Aber ich will nicht vorgreifen.
Neben Quadrocopter (DJI Mavic Pro-Optik), Fernsteuerung (ebenfalls Replika) und Akku, liegen noch Handbuch, Schutzrahmen und Ladetechnik bei.

Im Vergleich zu anderen Mini-Drohnen unter 100 Euro bekommt man bei der Drone X Pro ziemlich viel ontop.

Angeflogen

  • Reichweite: 50 Meter

  • Flugdauer: 5-7 Minuten

  • Autonome Flugmodi: Nein

  • FPV:  Ja

  • Video: 720p

  • Fotos: 0,3 Megapixel

Hands on

Die Drone X Pro ist kleiner als erwartet. Kaum 10 cm misst der Quadrocopter im zusammengefalteten Zustand. Mit dem Auseinenanderfalten fängt die Misere aber an. Die Achsen rasten nicht ein, kein Klacken, keine Markierung signalisiert: Bis hier hin und nicht weiter. Oder: Die Achse muss noch weiter ausgerichtet werden. Die Positinierung und damit der Abstand der Motoren zueinander bleibt im Vagen.

Drone X Pro Test: Die Drohne X Pro im Detail

Schwachstelle der Drohne: Qualität!

Auch insgesamt betrachtet macht das ganze Achsen-Scharnier-Konstrukt einen extrem schwammigen, wackligen und billigen Eindruck. Damit ist die Drone X Pro nicht alleine: Viele billige Drohnen, deren größtes (und einziges) Feature die klappbaren Achsen sind, haben dieses Problem. Achselzuckend gebe ich das Thema auf und frage mich, wie das beim Flug werden soll. Erhöhte Zufälligkeit von Motorpositionen geht für mich schwerlich einher mit besserer Flugperformance.

Drone X Pro Test: Akku, Batterie einlegen

Akkufach der Drone X Pro: Ohne einen Schraubenzieher bekommt man den Akku nicht mehr raus…

Als nächstes setze ich den Akku ein und freue mich, dass der Copter endlich etwas Gewicht bekommt. Die Drone X Pro ist sehr leicht. Das Einschieben des Akkus klappt gut, ich freue mich über eine direkte Verbindung und dass ich nicht noch an Molex-Steckern friemeln muss.
Leider bekomme ich im Anschluss den Akku nur mit Gewalt und Schraubenzieher aus dem Batterieschacht. Dabei muss ich eine solche Kraft aufwenden, dass ich denke es zerreißt den Copter.

Drone X Pro SD-Karte: Ungeschützt Wasser ausgesetzt

Ungeschützte Kontakte der SD-Karte. Wehe, man landet im feuchten Gras!

Bei all dem Werkeln entdecke ich aber den Slot für die microSD-Karte. Ungeschützt an der Unterseite/Landefläche der Drohne. Gut zu wissen, wo später meine Fotos und Videos landen. Das ungeschützte Steckfach erscheint mir aber etwas riskant. Ein paar Landungem im (feuchten) Gras und ein Kurzschluss ist vorprogrammiert.

Die Fernsteuerung kennt man von Design und Aufbau her von der DJI Mavic Pro und der ScharkSpark Thunder FQ 35. Ausklappbar ist jedoch nichts, die zwei Sendeantennen sind wie bei der FQ 35 nur Show.

Drone X Pro: Test & Vergleich mit Profi-Drohnen

Zwillinge nebeneinander: Drone X Pro, ScharkSpark Thunder, DJI Mavic Air und Mavic Pro

Die Drone X Pro im Test: Vorbereitungen für den Erstflug

Ich versuche die sich mittlerweile aufgestaute schlechte Laune loszuwerden. Ich werde das Gefühl aber nicht los, dass hier ein wirklich ganz billiger Schrottcopter elendig dreist als toller Multiocopter für den Einstieg vermarktet wird.

Also mal sehen, wie die Drone X Pro fliegt. Ich lade wie immer den Akku, lege Batterien ein und widme mich der App. Wie bei den meisten FPV-Drohnen mit kann man sich das Live-Bild der Drone X Pro auf dem Smartphone anzeigen lassen. Viele (allzu) günstige Einsteigermodelle und Mini-Drohnen versuchen sich an diesem Feature. Meist scheitert die praktische Nutzbarkeit des Video-Streams an der niedrigen Kameraauflösung, zu wenigen Bildern pro Sekunde (Diashow-Effekt) und einem schlechten WIFI-Signal.

Diese App für die Drone X Pro ist eine alte Bekannte, die von verschiedenen Drohnen-Marken gerne als günstige Lösung für FPV Live-Bilder und ein paar Telemetriedaten genutzt wird. Das letzte Mal bin ich an der App JY-UFO fast verzweifelt und seitdem habe die hauseigenen Lösungen von Ryze, Syma, Parrot und natürlich DJI ganz neu zu schätzen gelernt.

Nun, die App ist wieder auf dem Handy, Quadrocopter und RC-Funke gebunden. Es geht los.

Flugtest mit der Drone X Pro

Denke ich zumindest — denn die ersten zwei Startversuche quittiert der Copter mit wildem Gekreisel auf dem Fußboden. Die Achsen sind so wacklig und ungleichmäßig ausgerichtet, dass so gar nichts geht. Mit Faserklebeband fixiere ich die Scharniere.

In der Luft fliegt die Drone X Pro im besten Fall okay. Nachdem ich, wohl nicht zuletzt wegen meiner Klebeaktion, enorm Trimmen muss, hält sich der Quadrocopter mehr oder minder auf der Stelle. Auf Steuerbefehle reagiert er prompt, die Reichweite würde ich mit soliden 30 aber maximal 50 Metern taxieren. Im Test fliegt die Drone X Pro gute 6 Minuten, danach ist eine Ladepause verordnet.

Große Runden traue ich mich nicht zu fliegen. Sobald eine Brise aufkommt wird die Drone X Pro zum Windspiel.

Bildtest: So gut sind die Bilder der Drone X Pro

Test-Bild der Drone X Pro: Blick in den Garten

Einzelfoto der Drone X Pro mit 1280x720p Auflösung

Drone X Pro Test: Selfie mit der faltbaren Drohne

Ein unschönes Selfie mit der Drone X Pro. Da gab es schon bessere Copter für das gleiche Geld.

Ryze Tello Reichweite

Zum Vergleich: Das ist ein Bild aus meinem DJI Tello Test (kostet sogar weniger…)

Die Drone X Pro hat eine kleine Kamera an Bord, die während des Fluges Fotos und Videos aufzeichnen kann. Die Kamera selbst kann man nur vor dem Flug vertikal ausrichten. Nach dem Start ist das nicht mehr möglich, weshalb ich für normale Video- und Fotoflüge eine Neigung von ca. 20-30° aus der horizontalen Achse empfehle.

Eine digitale Bildstabilisierung gibt es leider nicht, weshalb Videos grauenhaft verwackelt sind und wegen der geringen Framerate eher an eine Diashow erinnern.

Drohne X Pro: Kamera im Test

Kamera der Drone X Pro kann vor dem Flug vertikal ausgerichtet werden.

Drone X Pro: Ein Leben als Klon

Dass die Drone X Pro nur eine billige Kopie der DJI Mavic Pro ist, dürfte jedem klar sein. Form, Farbe und „Rennstreifen-Design“ gleichen der Mavic bis aufs Haar. Dass die Drone X Pro aber nur eine umbenannte Zweitauflage ist, wissen die wenigsten! Denn: Der faltbare Quadrocopter ist auch unter dem Namen Eachine E058 erhältlich — und teilweise bedeutend günstiger.

Ich würde keine von beiden Drohnen kaufen. Billige Fakes sind nie eine gute Wahl und es gibt für diesen Preis auch wirklich gute Alternativen.

Fazit & Bewertung

Ich möchte in aller Deutlichkeit vom Kauf der Drone X Pro abraten!

Das beste an der Drohne ist der Koffer. Der Rest ist ein Design-Fake in gruseligster Qualität. Im Test war die Produktqualität mein größter Gegner, ob bei den Achsen, der Kamera oder der App. Ja, der Copter fliegt — das ist aber auch bald alles.

Für 100 Euro gibt es definitiv bessere Alternativen, bei denen man nicht so dreist über den Tisch gezogen wird.

Alternativen zur Drone X Pro

Wer eine Drohne kaufen möchte, die wie die DJI Mavic Pro aussieht, sollte ebendiese bestellen. Alles andere sind Plagiate, die Leistung auf Kosten des Designs opfern. Klar, echte Mavic Drohnen (Pro (1), Air, Mavic 2 Pro) kosten eine Stange Geld, doch hat Qualität nunmal ihren Preis.

Eine gute Qualität für circa 100 Euro erhält man indes bei der Ryze/DJI Tello: 5 Megapixel-Kamera, super Flug, tolle App, FPV und kleine Selfie-Modi.

Eine Drohne für Spaß und Gaudi ist die Parrot Mambo, die mit einer Kanone auf dem Dach Angst und Schrecken verbreiten kann.
Im Ranking Drohne kaufen: Die besten Drohnen 2019 habe ich die Top 20 Copter dieses Jahres vorgestellt. Jede ist besser als die Drone X Pro.

Wenn es wirklich eine Kameradrohne sein soll, ist der Vergleich der besten Drohnen mit Kamera interessant. Auch hier finden sich preiswerte aber gute Copter für jedermann.

Testbericht

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Vergleich

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Testbericht

Mini Drohne mit Kamera: Ryze Tello

Die tolle Ryze/DJI Tello im Test

Drone X Pro

3

Für Einsteiger

2.0/10

Flugperformance

2.5/10

Kamera

6.5/10

Preis-Leistung

2.0/10

Spaß

2.0/10

Pro

  • viel Zubehör
  • schicker Transportkoffer

Contra

  • überteuerte Eachine E058
  • Fake-Design
  • gruselige Verarbeitung
  • Für 100€ gibt es Besseres!