Die Ära der faltbaren Drohnen scheint nach dem Launch der GoPro Karma und der DJI Mavic Pro eingeleitet. Auch wenn erstere aufgrund technischer Mängel wieder eingestellt werden musste (und nun doch noch ein Comeback erlebt), zeigt die DJI Mavic Pro, dass eine klappbare Drohne nicht weniger können muss, als ein größerer Quadrocopter. Im Gegenteil: Durch das platzsparende Design einer faltbaren Drohne ergeben sich ganz neue Einsatzgebiete, die im Alltag sonst so nicht möglich wären. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über faltbare Drohnen, ihre Vorteile und Nachteile und welche Modelle es aktuell und in näherer Zukunft im Handel gibt.

6 faltbare Drohnen im Vergleich:

DJI Mavic Pro für 1199€*

Mavic vs. GoPro Karma: DJI ist kleiner

Platzhirsch unter den faltbaren Drohnen: DJI Mavic Pro

Preislich an der oberen Grenze der Hobby-Drohnen angesiedelt, ist der DJI Mavic Pro das Sinnbild der faltbaren Drohne. 4K Kamera, 27 Minuten Flugzeit, zahlreiche Flugmodi, Selfie-Funktion — für mich die beste faltbare Drohne für Reisen und spontane Flüge.
Im großen Fly More Combo-Paket hat man alles dabei was man braucht und kann alles bequem in das mitgelieferte Herrenhandtäschchen packen.
Besser geht es nicht! Doch im Vergleich zu anderen klappbaren Drohnen nicht ganz günstig.

Hover Passport Camera für rund 599€

Hover Passport Camera Drone folgt und filmt

Auf Buchformat klappbar: Hover Camera Passport

Als zweite faltbare Drohne sei hier die Hover Camera vorgestellt, bei der es sich tatsächlich um eine Drohne handelt, die man wie ein Buch in der Mitte zusammenklappen kann. Mit einer 4K Kamera (30 Frames) 15 MP, rund 10 Minuten Flugzeit und einem Flachmann-Design, das in jede Jackentasche passt, wird die Hover Passport Camera Drohne ihre Fans finden.
https://gethover.com

Zerotech Dobby für rund 499€*

ZeroTech Dobby: Faltbare Drohne die folgt

Einklappbare Achsen machen den ZeroTech Dobby zum leicht verstaubaren Quadrocopter.

Bereits am Markt etabliert ist die Zerotech Dobby Drohne, deren Achsen sich mitsamt der Propeller seitlich einfahren lassen. Die Kamera zeichnet Videos mit 1080p auf, die via EIS (Electronic Image Stabilization) nachkorrigiert werden. Verschiedene  GPS-gestützte Tracking-Modi sind vorhanden, weswegen die Zerotech Dobby nicht nur als handlicher Quadcopter, sondern auch als Selfie-Drohne herhalten kann.

Tencent Ying, vorraussichtlich rund 299€

Tencent Ying Drone 2017

Echte Kampfansage an die etablierten Hersteller: Tencent Ying

Nach dem erfolgreichen Modell Dobby hat der chinesische Hersteller Tencent noch einmal nachgelegt und eine weitere faltbare Drohne im Taschenformat präsentiert. Mit einem Preis von 299 Euro ist diese eine wahre Kampfansage an die doch etwas teurere DJI Mavic, die den Markt der besseren faltbaren Drohnen beherrscht. 4K Video, 13 Megapixel, FPV-Streaming bei 720p — das hört sich sehr gut an, doch hat die Tencent Ying leider kein bewegliches 3-Achsen-Gimbal. Bisher ist die Tecent Ying in Deutschland nicht erhältlich.

Wingsland S6, rund 399€*

Wingsland S6 Drohne: klein, faltbar

Kleine faltbare Drohne mit Hinterniserkennung für rund 399€.

Auch wenn aktuell noch nicht verfügbar, ist die Wingsland S6 Drohne ein Copter auf den man achten sollte. Spannend macht die Drohne nicht nur die 4K Kamera oder die 10 Minuten Flugzeit, sondern vor allem der modulare Aufbau. So wird man auf die Wingsland S6 Drohne eine kleine Kanone stecken können (Stichwort Kanonendrohne: Parat Mambo Test), eine Art Taschenlampe oder ein Display für Emojis. Ob sich die Wingsland S6 als Emoji-Drohne für Selfie-Bilder auch in Deutschland durchsetzen wird, dürfte allerdings fraglich sein.

GoPro Karma, rund 799€

GoPro Karma Drohne

GoPro Karma: Beste Bildqualität unter klappbaren Drohnen.

Nach dem Absturz der groß angekündigten GoPro Drohne herrschte eine Weile Schweigen im Walde. Anfang 2017 dann die überraschende Information: Die GoPro Karma erlebt ein Revival und soll als Gegenspieler zum DJI Mavic Pro dienen. Als faltbare Drohne mit einklappbaren Achsen ist sie relativ handlich und kann durch die Integration der hauseigenen Actioncams eine sensationelle Bildqualität aufweisen, mit der keine der hier gelisteten Drohnen mithalten kann. Zur Faltdrohne aus dem Hause GoPro gibt es einen Handgimbal (Karma Grip), eine Transporttasche (Karma Case). Preis: 799 Euro ohne Kamera.

Fazit: Welche ist die beste faltbare Drohne?

Die beste faltbare Drohne ist aktuell definitiv der DJI Mavic Pro, den ich mir ebenfalls gekauft habe. Für ihn sprechen die gute Kameraqualität, die zahlreichen gut umgesetzten Flugmodi, das handliche Design und das allumfassende Equipment. Wer eine möglichst kleine, möglichst potente Kameradrohne sucht, kommt um den Mavic Pro nicht herum. Als Alternative ist insbesondere der ZeroTech Dobby oder vielleicht die GoPro Karma zu nennen. Sollte GoPro ein überarbeitetes Modell vorstellen, könnte die Karma tatsächlich ihre Nische finden. Wer eine faltbare Drohne für 50 Euro sucht, kann sich den JJRC H37* kaufen, der aber bei weitem nicht mit obigen Drohnen mithalten kann.


Ideal für Urlaub und spontane Flüge

Ich habe mir bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt den DJI Mavic Pro gekauft, die erste faltbare Drohne mit Kamera, die als Serienprodukt den easy-to-fly-Ansatz perfektionierte. Für mich war der Umstand, dass ich den Quadrocopter auf eine wort-wörtlich handliche Größe zusammenklappen konnte, unglaublich wichtig. Hintergrund ist, dass ich sehr gerne reise und selten viel Platz für Accessoires habe. Ob es die Fahrrad-Camping-Tour in Frankreich oder der Handgepäck-Urlaub auf Korfu war - eine normale Drohne wie den Phantom 4 hätte ich nicht mitnehmen können, ich hätte weder Platz noch Gewicht frei gehabt.

Entwicklung alltagstauglicher Multicopter

Seitdem die ersten, üblicherweise selbst gebauten, Drohnen den Himmel eroberten, haben sich Multicopter immer mehr in Richtung der Kundenanforderungen geändert. Während man früher für Zusammenbau und Steuerung noch beinahe einen Ingenieur-Titel benötigte, sind heutige Drohnen dem easy-to-use-Ansatz unterworfen worden. Dieser macht es Endverbrauchern denkbar einfach und erfordert nur rudimentäres Wissen um die Welt der Flugrobotik. Dank satellitengestützter Navigation, Ultraschallsensoren und Hindernisserkennung per Mini-Kamera wird das Fliegen einer Drohne immer intuitiver.

Diese Sensorik erfordert allerdings Platz, weswegen Kameradrohnen bisher recht klobig anmuteten und für spontanes Fliegen im Alltag denkbar ungeeignet waren. 

Multicopter sollen zukünftig kein Utensil für Hobbyisten und Freaks, sondern Alltags-Gadget sein, das man jederzeit und überall benutzen kann. 

Wie lässt sich eine Drohne falten?

Üblicherweise lassen sich faltbare Drohnen mittels einklappbarer Achsen verkleinern. Die Achsen sind es auch, die den Copter erst so richtig sperrig machen. Indem man sie wieder näher zum Chassis bringt, spart man bei Verstauung und Transport einiges an Platz. Möchte man fliegen, klappt man die Arme wieder aus. Dieses Konzept verfolgt, wie man auf den unteren Bildern sehen kann, der DJI Mavic Pro und auch die nun eingestampfte GoPro Karma war eine faltbare Drohne dieses Schlags.