Das Ende des Selfie-Sticks naht: Immer mehr Hersteller von Multicoptern präsentieren ihre sogenannte „Selfie-Drohne“. Diese neue Sonderform unterscheidet sich prinzipiell nicht von normalen handelsüblichen Drohnen, die in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebten.

Durch ihre Fähigkeit des autonomen Flugs und der objektbezogenen Videofunktion bergen die Selfie-Drohnen jedoch reichhaltiges Potenzial und könnten im Bereich der Consumer-Copter das nächste „große Ding“ sein. Was Sie zu Selfie-Drohnen wie DJI Mavic Pro & Air, Hexo+, DJI Phantom 4, Yuneec Breeze und Parrot Anafi wissen müssen, welche die erste selbstständig folgende Drohne war und für wen sich eine Selfie-Drohne überhaupt lohnt, erfahren Sie hier.

Durch technische Entwicklungen im Bereich der Sensorik und Robotik sind Multicopter immer mehr in der Lage ihre Umgebung wahrzunehmen und eigenständig darauf zu reagieren. Damit werden sie einerseits für neue Zielgruppen interessant, andererseits ergeben sich durch den autonomen Flug ganz neue Anwendungsfelder. Die Selfie-Drohne im Speziellen ist ein Resultat beider Punkte, da sie für Personen interessant wird, die vorher wenig mit Multicoptern und deren Steuerung zu tun hatten, nun jedoch zwecks Selbstdarstellung die Vorzüge einer folgenden Drohne genießen will.

Das Prädikat „folgende Drohne“ kann man wörtlich nehmen: Beim Einsatz eines entsprechenden Copters ist keine RC-Fernsteuerung nötig – die Drohne folgt dem definierten Objekt und macht gleichzeitig Videoaufnahmen.

Die besten Selfie-Videos per Drohne („Dronies“)

Ein Zusammenschnitt toller „Dronies“, bei denen zumeist DJI Drohnen genutzt wurden.

Das muss eine gute Selfie-Drohne können

Low Budget
(max 200€)

  • 5 Megapixel / 1080p

  • kein gutes FPV

  • keine/schlechte Selfie-Modi

  • max. 200m Reichweite

  • kein GPS

Mittelklasse
(300-600€)

  • 5-12 Megapixel / 2,7k-4K

  • solides FPV

  • Smartshots & Selfie-Modi

  • große Reichweite

  • ggf. Hinderniserkennung

Highend & Profi
(ab 600€)

  • 12-20 Megapixel / 4K

  • hochauflösendes FPV

  • beeindruckende Smartshots & Selfie-Modi

  • sehr große Reichweite

  • Hinderniserkennung

Die besten Selfie-Drohnen

Die besten Selfie-Drohnen

Innerhalb der letzten Jahre ist der Markt der Selfie-Drohnen rasant gewachsen und ist heute nicht mehr nur von Nischenherstellern und Startups besiedelt, sondern wird zunehmend von Platzhirschen wie DJI besetzt. Mit dem DJI Phantom 4 Quadrocopter und den kleineren Modellen DJI Spark, DJI Mavic Pro, DJI Mavic Air und DJI Mavic 2 sind dank visual tracking auch Selfie-Aufnahmen möglich, wobei das bei der Drohne aus Fernost eher Bei- als Hauptwerk ist.

8 gute Selfie-Drohnen im Vergleich

Yuneec Breeze

Yuneec Breeze im Vergleich mit anderen Drohnen

Ältere 4K Selfie-Drohne für 200 Euro

  • Flugzeit: 13 Minuten

  • Reichweite: 1 Kilometer

  • Kamera: 13 Megapixel / 4K Video

  • Ladezeit: 45 Minuten

  • Smartshots & Dronies: Ja

  • Preis: 200 Euro

  • Bewertung: 6/10

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DJI Mavic Pro

Beste Drohne für den Urlaub: DJI Mavic Pro

Kann viel mehr als nur Selfies: DJI Mavic Pro

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 740 Gramm

  • Video: 4K bei 30FPS, 2,7K bei 60 FPS

  • Fotos: 12 Megapixel

  • Bewertung: 8/10

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Auch wenn der faltbare Quadrocopter von DJI keine reine Selfie-Drohne ist, muss er in diese Liste aufgenommen werden. Der DJI Mavic Pro ist hochwertig verarbeitet, äußerst einfach zu fliegen und verfügt über eine Reihe von Flug- und Videomodi, die es möglichmachen, Shots in allen Lagen zu produzieren.

Damit man sich nicht auf die Drohne konzentrieren muss, kann der DJI Mavic ein Objekt visuell erkennen und diesem selbständig folgen. Das ist gerade für Situationen wie Kajakfahrten und Radtouren toll.

Mit 4K-Video, 12 MP und einer realistischen Flugzeit von rund 20-25 Minuten ist der Mavic der Platzhirsch der kleinen und performanten Drohnen. Mit einem Preis von 1199€ liegt er allerdings deutlich über dem Niveau übriger Selfie-Drohnen – mit Ausnahme des DJI Mavic 2 Pro.

Hover 2

Hover 2 Drone kaufen

Faltbare Drohne Hover 2

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 490 Gramm

  • Video: 4K bei 30FPS, 2,7K bei 60 FPS, 1080p bei 120 FPS

  • Fotos: 12 Megapixel

  • Bewertung: 7/10

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Eine Drohne, die man wie ein Buch mittig zusammenklappt? Das hatte sich bis zur Hover Passport Camera Drohne keiner getraut. Nun, da die ersten Modelle ausgeliefert werden, zeigt sich, dass das Prinzip durchaus flugfähig ist, auch wenn die Flug- und Bildstabilität im Vergleich zu Drohnen wie dem Mavic Pro zu wünschen übrig lässt. Das liegt natürlich einerseits am Preis und am fehlenden Gimbal.

Mit rund 600 Euro ist die Hover Passport Camera zwar auch nicht ganz günstig, liefert dafür aber 4K-Video, 13 MP, maximal 25 Minuten Flugzeit und eine Reichweite von rund 20 Metern. Keine Drohne für große Flüge also, aber für das Selfie tut es die Handtaschen-Drohne allemal!

DJI Mavic Air

DJI Mavic Air Testbericht zur neuen Drohne

Noch kleiner: DJI Mavic Air

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 430 Gramm

  • Video: 4K bei 30FPS, 2,7K bei 60 FPS

  • Fotos: 12 Megapixel

  • Bewertung: 8,5/10

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Mit einigen schicken Flugmanövern kann die DJI Mavic Air aufwarten. Neben den für DJI üblichen Selfie-Modi gibt es den Asteroid und Boomberang hinzu. Im Test hat mir das richtig Spaß gemacht, auch wenn ich am Ende doch lieber mit dem großen Bruder, dem Pro, fliege.

Nichtsdestotrotz hat die Air alles, was man bei einer Selfie-Drohne sucht: Sie ist klein, faltbar, leicht, schießt richtig tolle Bilder (12 MP) und Videos (4K) und kann über 25 Minuten lang bis ans Ende des Horizonts fliegen (7 km).

Noch nicht überzeugt? Hier geht’s zum DJI Mavic Air Test.

Parrot Anafi

Parrot Anafi Drohne knapp über 500 Euro

21 MP, 4K Kamera: Die neue Parrot Anafi

  • Flugzeit: 25 Minuten

  • Reichweite: 4 Kilometer

  • Ladezeit: 25 Minuten

  • Kamera: 21 Megapixel / 4K Video

  • Smartshots & Dronies: Ja

  • Pluspunkt: Top Preis

  • Bewertung: 9/10

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Ich bin seit der Bebop und der Parrot Mambo ein großer Freund des französischen Herstellers. Ob Skycontroller oder Kanone auf dem Dach – Drohnen von Parrot haben immer irgendetwas Ausgefallenes auf Lager.

So auch die Parrot Anafi, die zwar von den Entwicklern gewiss nicht als Selfie-Drohne entworfen wurde, diese Übung aber mit Leichtigkeit meistern würde. Die Parrot Anafi besitzt nämlich neben aller feinen Features eine 4K Kamera mit satten 21 Megapixeln, die sich sowohl 90° nach oben als auch nach unten schwenken lässt.

Ausgefallene Perspektiven sind damit vorprogrammiert!

Zu meinem Parrot Anafi Test.

Yuneec Mantis Q

Yuneec Mantis Q: Günstige Selfie-Drohne für Einsteiger

Günstige 4K Drohne: Yuneec Mantis Q

  • Flugzeit: 33 Minuten

  • Reichweite: 800 Meter/ 1,5 Kilometer

  • Kamera: 13 Megapixel / 4K Video

  • Smartshots & Dronies: Ja

  • Pluspunkt: Günstiger Preis

  • Bewertung: 7,5/10

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Eine gute und günstige Selfie Drohne aus dem Jahr 2018 ist die Yuneec Mantis Q. Der Quadrocopter ist sowohl leicht als auch faltbar und passt daher in so gut wie jedes noch so leichte Gepäck.

Die Drohne kann rund 33 Minuten in der Luft bleiben und bietet neben FPV Live-Bild auch einige Selfie-Smartshots in Auflösungen bis zu 4K (Video) /13 Megapixel (Foto).

Neben einer Gestensteuerung, wie sie auch die DJI Mavic Pro und DJI Mavic Air haben, kann man die Mantis Q sogar per Sprachbefehle steuern. Wer das Selfie gleich in die sozialen Netzwerke posten will, kann das mit der Sharing-Funktion tun, ein Feature, das aktuelle Drohnen üblicherweise bieten.
Im Vergleich zur DJI Mavic Air oder DJI Mavic 2 Pro/Zoom hat die Yuneec Mantis Q jedoch keine Hinderniserkennung mittels optischer Sensoren, weshalb man bei Smartshots etwas aufpassen sollte.

Alles in allem ist die Yuneec Mantis Q aber eine gute Drohne für Selfies und kleine Filmsequenzen. Zwar hat sie Schwächen bei Framerate und Bildstabilisierung, doch kostet sie auch nur einen Bruchteil im Vergleich zu anderen 4K Drohnen.

DJI Spark

Lieferumfang der DJI Spark Drohne

Bunter Selfie-Copter DJI Spark

  • Flugzeit: 15 Minuten

  • Reichweite: 2 Kilometer

  • Ladezeit: 35 Minuten

  • Kamera: 12 Megapixel / 1080p Video

  • Smartshots & Dronies: Ja

  • Preis: 400 Euro

  • Bewertung: 6/10

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Im Jahr 2019 nicht mehr allerneuste Mode, ist der DJI Spark aber für viele Einsteiger und Neulinge erste Wahl. Der kleine Quadrocopter ist zwar nicht faltbar, aber dennoch als handtaschentaugliche Selfie-Drohne entworfen worden.

Zwar schießt der DJI Spark Einzelbilder mit akzeptabler Auflösung, bei 1080p Videos ist allerdings schnell Schluss. Zudem kostet der DJI Spark genauso viel wie die bedeutend leistungsstärkere Parrot Anafi.

DJI Mavic 2

DJI Mavic 2 Pro: Vergleich & Bewertung

DJI Mavic 2 Pro mit Kamera von Hasselblad.

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 907 Gramm

  • Maße gefaltet: 21,4 x 9,1 x 8,4 cm

  • Video: 4K bei 30FPS, 2,7K bei 60 FPS

  • Fotos: 20 Megapixel

  • Bewertung: 9/10

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Der DJI Mavic 2 ist als Pro und Zoom Version die beste Selfie-Drohne – und leider auch mit Abstand die teuerste. Vom Start weg müssen gut 1500 Euro berappt werden – notwendiges Zusatzequipment wie Ersatzakkus etc. kommen noch dazu.

Dafür erhält man eine Drohne, die für simple Selfie-Videos die reinste Verschwendung wäre. HDR-Videos in 4K, Dolly-Zoom, 10 Bit DLog-M Farbmodus, Blendenwahl und das bei stetig erweiterter Reichweite und Flugdauer. Mehr geht aktuell nicht.

Fazit & Empfehlungen: Welche soll es sein?

Sucht man das beste Preis-Leistungsverhältnis, wird man sicherlich mit der preislich herabgesetzten DJI Mavic Air und insbesondere mit der Parrot Anafi sehr gut fahren. Die technisch beste Selfie-Drohne dürfte definitiv der DJI Mavic 2 Pro oder Zoom sein – ganz nach eigenem Gusto.

Persönlich fliege ich am liebsten mit der DJI Mavic Pro, die im Rahmen der Produkterweiterungen seit 2016 im Preis ebenfalls deutlich gefallen ist.

Weiteres Hintergrundwissen:

Warum Selfie-Drohnen kommen mussten

Hinsichtlich des begrifflichen Ursprungs muss man wohl keine vielen Worte verlieren: Dem Englischen „Selfie“ (Selbstportrait) im Handybereich entlehnt, wird die Idee auf Drohnen augeweitet, was schlichtweg bedeutet, dass man sich selbst vom Copter fotografieren oder filmen lässt. Das ist natürlich ein alter Hut und jeder Hobbypilot hat mindestens ein Luftbild von sich.

Neu ist allerdings, dass man nicht nur Luftaufnahmen von sich aufzeichnet, sondern Luftaufnahmen von sich während man etwas Anderes macht – zum Beispiel Snowboarden oder Kajak fahren oder … Da man sich bei diesen Tätigkeiten gerne filmen würde und man natürlich keine 2 Hände für die Steuerung des UAV (Unmanned Aerial Vehicle) frei hat war die selbst folgende Drohne – oder auch Selfie-Drohne – nur eine Frage der Zeit.

Folgende Drohne ohne Steuerung? So geht’s

Da der eigentliche Clou einer Selfie-Drohne ja darin liegt, dass man sich bei einer möglichst eindrucksvollen Tätigkeit filmen lassen kann – natürlich aus der Luft und ohne aktives Steuern – müssen die Drohnen wissen, welchem Objekt sie folgen müssen. Hierfür gab es Anfangs die Methode, die unter anderem eine sogenannte tracking device beinhaltete. Diese Vorgehensweise war besonders von der Lily Camera Drone bekannt und wurde dort wie eine Uhr in einem Armband getragen werden. Durch diese Bindung von Multicopter und tracking device konnten wichtige Parameter wie Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit, Beschleunigung usw. aufgezeichnet und an die folgende Drohne übermittelt werden. Das UAV wusste dann, wie schnell sich der Träger (und damit das Filmobebjekt) bewegt, wohin es geht und wie groß der Abstand ist. Per Voreinstellung kann man bei hochpreisigen Modellen festlegen, in welcher Entfernung die Drohne folgen soll und aus welcher Richtung Luftaufnahmen gemacht werden sollen.

Eine andere Möglichkeit hat DJI mit dem Phantom 4 Quadrocopter vorgestellt, der ja per se keine reine Selfie-Drohne ist, aber diese Funktion durchaus beherrscht. Während andere, meist günstigere, Hersteller auf die angesprochene tracking device setzen, weiß sich die Phantom 4 Drohne anhand visueller Datengenerierung zu orientierung. Beim sogenannte visual tracking definiert man vor oder während des Fluges ein Zielobjekt, wobei die Software anhand der Objektgröße, Form, Farbe usw. Identifikatoren festlegt.

Dieses Vorgehen ist bei modernen Kameradrohnen (Hier eine Liste der besten Drohnen mit Kamera) mittlerweile Usus.

Obejkterkennung, Abstürze und robuster Aufbau

Wer eine selbststeuernde Drohne einsetzen möchte, sollte entweder ein Modell mit Objekt- und Hinderniserkennung kaufen, oder sich eine möglichst leichte Fluggegend suchen – ansonsten wird jeder Ast zur veritablen Absturzgefahr. Diesen Umstand erkennend setzen Hersteller für eine günstige Selfie Drohne auf robuste, leicht zu ersetzende Materialien und Frames. So soll die Selfie-Drohne im Fall eines Crashs vor fatalen Schäden an der sensiblen Elektronik bewahrt werden.

Alternativ gibt es mit der Phantom 4, Mavic Pro/ Air auch die Möglichkeit, einen Multicopter mit Objekt-/ Hinterniserkennung und entsprechender Ausweichfunktion zu kaufen. Zwar haben die vorher angesprochenen Selfie-Drohnen oftmals auch eine Art Hinderniserkennung, doch ist das System günstig gehalten und eher für den einfacherern Hobbybereich gedacht.

Was kostet eine Selfie-Drohne?

Wer eine Selfie-Drohne kaufen möchte, muss sich darauf gefasst machen, einige Hundert Euro auszugeben (wie obige Beispiele zeigen). Die Hover 2 kostet aktuell rund 600 Euro, ebenso die Parrot Anafi, eine heruntergesetzte Spark bald wohl 500 Euro und der transportable Allrounder DJI Mavic Pro satte 1199 Euro.

Wer es günstiger haben möchte muss natürlich auf viele (sicherheitsrelevante) Funktionen verzichen und deutliche Abschnitte im Bereich Videoqualität machen – dürfte allerdings auch mit gut 300 Euro fündig werden.

Inwiefern diese Winzlinge dann für Outdooranwendungen wie Kajak fahren, Ski, Snowboarden, Mountainbiken, Klettern usw geeignet sind, sollte kritisch betrachtet werden. Wer sich bei solchen „rauen“ Tätigkeiten filmen lassen und dafür eine selbst folgende Drohne einsetzen will, sollte nicht auf den günstigsten Preis achten.

Das Thema Sicherheit

Wie sich Selfie-Drohnen in den Rahmen der gesetzlichen Vorgaben einfügen, dürfte noch interessant zu betrachten sein: Einerseits werden vermehrt fachfremde Personen zu Käufern, die keine oder wenig Vorkenntnis haben, was Akku-Leistung, Flugverhalten, Modi etc. angeht. In jedem Fall sollten Piloten den gesetzlichen Vorgaben und der Notwendigkeit einer Drohnen-Versicherung Rechnung tragen.