Faltbare Drohnen sind vom Nischen- zum Massenprodukt avanciert: Waren faltbare Achsen bei Multicoptern vor einigen Jahren noch etwas für ganz Wagemutige, finden sich heute unter den Top Consumer Coptern einige faltbare Drohnen. Diese haben natürlich bedeutend geringere Transportmaße – können gar auf die Größe einer Handfläche zusammengeklappt werden – und eignen sich daher viel besser für Reisen und Situationen, in denen man eher nicht mit dem Transportkoffer anrücken will.

In diesem Beitrag zeige ich, wie sich der Markt der faltbaren Drohnen gewandelt hat: Welche Blindgänger es gab, welche Modelle den Markt aktuell dominieren und worauf man beim Kauf einer faltbaren Drohne achten sollte. Denn: Die Zeit, in der man als Hobbypilot herbe Kompromisse eingehen muss sind vorbei. Insbesondere die DJI Mavic-Modelle, von Mavic Pro über Mavic Air zu Mavic 2 zeigen, dass faltbar nicht gleichbedeutend mit schlechter sein muss.

Am Ende war alles halb so wild und auch die Autoritätsängste der Piloten ist mittlerweile beiseite gefegt: Schließlich hat man schon immer die Adresse unter den Akku geklebt, um im Fall eines Flyaways eventuell die Drohne wiederzubekommen.

Faltbare Fails: Steiniger Weg zur heutigen Bequemlichkeit

Angefangen hat das Thema der faltbaren Drohnen zwar nicht mit der nebenstehenden GoPro Karma, sondern mit der Lily Camera. Diese war selbst nicht faltbar, versprach aber alles, was man sich heute von Faltdrohnen erhofft. Leider blieb der taffe Kompaktcopter für immer am Boden und wurde zum teuren Spaß für viele Backer auf Kickstarter.

GoPro Karma gefaltet im Transportkoffer

Faltbar aber unausgereift: GoPro Karma

Dennoch: Die Idee der kompakten und performanten Drohne für Touren und Outdoor war geboren. DJI und GoPro stürzten sich 2016 in das Rennen um die Entwicklung der ersten guten faltbaren Drohne. Mit einigen netten Gimmicks gewann das zumindest in zeitlicher Hinsicht GoPro und stellte die Karma-Drohne vor. Leider fiel diese reihenweise vom Himmel und wurde schlussendlich eingestellt.

DJI machte es mit dem DJI Mavic Pro bedeutend besser und legt seither die Messlatte für faltbare Drohnen verdammt hoch.

Das kann man heute von einer faltbaren Drohne erwarten:

Low Budget
(max 200€)

  • 2-5 Megapixel

  • wackelige Achsen

  • starres Gimbal

  • schlechte Selfie-Modi

Mittelklasse
(300-600€)

  • 8-12 Megapixel

  • solide Achsen

  • 2-Achsen-Gimbal

  • solide Selfie-Modi

Highend
(600€-1500€)

  • 12-20 Megapixel, 4K

  • sicheres Einrasten

  • 3-Achsen-Gimbal

  • starke Selfie-Modi

6 faltbare Drohnen im Vergleich:

DJI Mavic Pro

Beste Drohne für den Urlaub: DJI Mavic Pro

DJI Mavic Pro: Erste wirklich gute faltbare Drohne

  • Faltbar: Ja

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 740 Gramm

  • Maße gefaltet: 19,8 x 8,3 x 8,3 cm

  • Video: 4K bei 30FPS, 2,7K bei 60 FPS

  • Fotos: 12 Megapixel

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Ende 2016 in die Regale gebracht, ist der faltbare Quadrocopter auch 2019 noch der Tipp für bestmögliche Performance bei kleinem Packmaß. 4K-Video, 12 Megapixel, allerlei Flugmodi und in der Fly More Combo alles, was man für lange Reisen braucht. Der DJI Mavic Pro ist die Wahl für alle, die bestmögliches Aufnahmen vom Urlaubsort machen wollen und sich nicht den Kopf über das Fliegen selbst zerbrechen wollen (Tipp: Drohne fliegen lernen). In der neueren, besseren (aber auch teureren) Version 2 findet ihr dann auch die meiner Meinung nach technisch beste Drohne für unterwegs.

Mehr Infos zum DJI Mavic Pro und einem ausführlichen Testbericht.

Hover 2

Hover 2 Drone kaufen

Faltbare Drohne Hover 2

  • Faltbar: Ja

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 490 Gramm

  • Maße gefaltet: 23 x 17 x 4,5 cm

  • Video: 4K bei 30FPS, 2,7K bei 60 FPS, 1080p bei 120 FPS

  • Fotos: 12 Megapixel

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Als zweite faltbare Drohne sei hier die Hover Camera vorgestellt, bei der es sich tatsächlich um eine Drohne handelt, die man wie ein Buch in der Mitte zusammenklappen kann. Mit einer 4K Kamera (30 Frames) 12 MP, rund 25 Minuten Flugzeit und einem Flachmann-Design, das in jede Jackentasche passt, wird die Hover 2 Drone ihre Fans finden.
https://gethover.com

Yuneec Mantis Q

Yuneec Mantis Q Quadrocopter Größe

Günstig, faltbar, 4K: Yuneec Mantis Q

  • Faltbar: Ja

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Video: 4K

  • Foto: 13 MP

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Für alle, die eine gute faltbare Drohne kaufen möchte, dafür aber nur rund 300 bis 500 Euro ausgeben wollen, ist die Yuneec Mantis Q eine gute Alternative. Der Quadrocopter lässt sich auf handliche Maße zusammenfalten, hat sagenhafte 33 Minuten Flugzeit und eine 4K, 13 Megapixel Kamera an Bord.
Diese ist leider nicht mechanisch per Gimbal stabilisiert, weshalb die Mantis Q eher als Low-Budget-4K-Drohne gelten kann.

Im Vergleich zu wirklich guten faltbaren Drohnen, wie der DJI Mavic Air oder DJI Mavic 2 Pro, wiegt dieses Manko schwer, doch kostet die Yuneec Mantis Q mit knapp 380 Euro auch nur ein Drittel!

Damit wird der Quadcopter zur Budget-Lösung für alle, die eine faltbare 4K Drohne kaufen wollen.

Mehr zur Yuneec Mantis Q

Zerotech Dobby

ZeroTech Dobby: Faltbare Drohne die folgt

Einklappbare Achsen machen den ZeroTech Dobby zum leicht verstaubaren Quadrocopter.

  • Faltbar: Ja

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Video: 1080p

  • Foto: 13 MP

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Bereits am Markt etabliert ist die Zerotech Dobby Drohne, deren Achsen sich mitsamt der Propeller seitlich einfahren lassen. Die Kamera zeichnet Videos mit 1080p auf, die via EIS (Electronic Image Stabilization) nachkorrigiert werden. Verschiedene  GPS-gestützte Tracking-Modi sind vorhanden, weswegen die Zerotech Dobby nicht nur als handlicher Quadcopter, sondern auch als Selfie-Drohne herhalten kann.

Parrot Anafi

Parrot Anafi Drohne

Parrot Anafi: 2018 auf den Markt gekommen

  • Faltbar: Ja

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 320 Gramm

  • Maße gefaltet: 24,4 x 6,6 x 6,3 cm

  • Video: 4K bei 30FPS

  • Fotos: 21 Megapixel

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2018 auf den Markt gekommen ist die faltbare Drohne von Parrot, die sogenannte Anafi. Diese kann aufgrund toller Features wie smarte Dronies, Cineshots und einer verrückten Kamera punkten. Diese lässt sich am Gimbal jeweils um 90° nach oben oder unten schwenken. Mit 25 Minuten Flugzeit schließt die Parrot Anafi auch zum DJI Mavic Air und dem Pro auf.

Toll an der Parrot Anafi: Trotz des niedrigen Preises (600€) erhält man viel Leistung und eine starke fliegende Kamera.
Nicht so toll: Parrot lässt sich bestimmte handelsübliche Features im Bereich des autonomen Flugs als AddOn bezahlen.

Alles in allem aber eine sehr gute und günstige faltbare Drohne französisicher Herstellung!

Noch nicht überzeugt? Hier geht es zu meinem ausführlichen Parrot Anafi Testbericht

DJI Mavic Air

DJI Mavic Air Testbericht zur neuen Drohne

Noch kleiner: DJI Mavic Air

  • Faltbar: Ja

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 430 Gramm

  • Maße gefaltet: 16,8 x 8,3 x 4,9 cm

  • Video: 4K bei 30FPS, 2,7K bei 60 FPS

  • Fotos: 12 Megapixel

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Der DJI Mavic Air ist die leichtere und kleinere Variante des DJI Mavic Pro. Zusammengefaltet macht der Quadrocopter kaum mehr als eine Handfläche aus, bietet aber trotzdem alle Features, die man von der größeren Vorgängerversion kennt – plus einiges an Extra.

Smartshots, wie die mit dem Mavic Air eingeführten Boomerang und Asteroid Manöver, runden den Copter ab. In Verbindung mit einer 4K-Kamera und der von DJI bekannten Reichweiten- und Flugdauerdimension ist der DJI Mavic Air eine der besten faltbaren Drohnen und könnte lediglich vom DJI Mavic 2 Pro vom Thron gestoßen werden.

DJI Mavic 2

DJI Mavic 2 Pro: Vergleich & Bewertung

DJI Mavic 2 Pro mit Kamera von Hasselblad.

  • Faltbar: Ja

  • Autonome Flugmodi: Ja

  • Selfie-Drohne: Ja

  • Gewicht: 907 Gramm

  • Maße gefaltet: 21,4 x 9,1 x 8,4 cm

  • Video: 4K bei 30FPS, 2,7K bei 60 FPS

  • Fotos: 20 Megapixel

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Die zweite Auflage des DJI Mavic Pro kommt mit einigen Änderungen daher: Mehr Flugzeit, weitere Reichweite – aber auch ein massives Kameraupgrade! Als zweiteilige Version (der DJI Mavic 2 Pro richtet sich an Fotografen, der DJI Mavic 2 Zoom an Filmer) bietet er mit einem 10 Bit DLog-M Farbmodus, HDR-Videos und Dolly-Zoom, sowie tollem Bokeh durch Blendenanpassung viel mehr als der DJI Mavic Pro (1)..

Mehr Details zum DJI Mavic 2 Pro.

Fazit: Welche ist die beste faltbare Drohne?

Die beste faltbare Drohne ist aktuell definitiv die DJI Mavic 2. Inwieweit es die Pro- oder Zoom-Variante sein soll ist dem persönlichen Gusto überlassen. Leider kosten beide Quadrocopter eine schöne Stange Geld, weswegen ich die Frage der besten faltbaren Drohne mit einem „das hängt vom Budget ab“ ergänzen möchte.

Wer auf der Jagd nach einem kompakten, performanten Copter ist und 600 Euro auszugeben bereit ist, sollte sich die DJI Mavic Air oder Pro kaufen. Technisch nehmen sich beide Drohnen wenig, auch wenn die Mavic Air neuer ist und ein bisschen mehr Selfie-Charakter durch zusätzliche Smartshots erhält. In Test und Alltag gefiel mir indes die Pro-Version besser, da sie auch etwas schwerer und massiver in der Luft steht. Die Air surrt mir zu stark an der Drehzahlgrenze.

Hintergrundwissen zu faltbaren Drohnen:

Ideal für Urlaub und spontane Flüge

Ich habe mir bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt den DJI Mavic Pro gekauft, die erste faltbare Drohne mit Kamera, die als Serienprodukt den easy-to-fly-Ansatz perfektionierte. Für mich war der Umstand, dass ich den Quadrocopter auf eine wort-wörtlich handliche Größe zusammenklappen konnte, unglaublich wichtig. Hintergrund ist, dass ich sehr gerne reise und selten viel Platz für Accessoires habe. Ob es die Fahrrad-Camping-Tour in Frankreich oder der Handgepäck-Urlaub auf Korfu war – eine normale Drohne wie den Phantom 4 hätte ich nicht mitnehmen können, ich hätte weder Platz noch Gewicht frei gehabt.

Seitdem hat sich viel getan und auch mein Bestand an faltbaren Quadrocoptern ist gestiegen. Von einer faltbaren Fun-Drohne wie der X31 über die ScharkSpark Thunder bis zur DJI Mavic Air und der Parrot Anafi.

Entwicklung alltagstauglicher Multicopter

Seitdem die ersten, üblicherweise selbst gebauten, Drohnen den Himmel eroberten, haben sich Multicopter immer mehr in Richtung der Kundenanforderungen geändert. Während man früher für Zusammenbau und Steuerung noch beinahe einen Ingenieur-Titel benötigte, sind heutige Drohnen dem easy-to-use-Ansatz unterworfen worden. Dieser macht es Endverbrauchern denkbar einfach und erfordert nur rudimentäres Wissen um die Welt der Flugrobotik. Dank satellitengestützter Navigation, Ultraschallsensoren und Hindernisserkennung per Mini-Kamera wird das Fliegen einer Drohne immer intuitiver.

Multicopter sollen zukünftig kein Utensil für Hobbyisten und Freaks, sondern Alltags-Gadget sein, das man jederzeit und überall benutzen kann.

Wie lässt sich eine Drohne falten?

Üblicherweise lassen sich faltbare Drohnen mittels einklappbarer Achsen verkleinern. Die Achsen sind es auch, die den Copter erst so richtig sperrig machen. Indem man sie wieder näher zum Chassis bringt, spart man bei Verstauung und Transport einiges an Platz. Möchte man fliegen, klappt man die Arme wieder aus. Dieses Konzept verfolgt, wie man auf den unteren Bildern sehen kann, der DJI Mavic Pro und auch die nun eingestampfte GoPro Karma war eine faltbare Drohne dieses Schlags.

Testbericht

Parrot Anafi Test

Die Parrot Anafi im Outdoortest

Vergleich

Drohnen bis 500 Euro im Vergleich

Die besten Drohnen für 500€

Review

DJI Mavic 2 Pro: Vergleich & Bewertung

Die DJI Mavic 2 Pro im Detail