Immer vor Weihnachten erreichen mich viele Fragen von Lesern. In der Regel geht es darum, welche die aktuell beste Drohne in einem bestimmten Preisrahmen ist oder wie ich einen bestimmten Copter finde. Gerne nehme ich mir auch zukünftig die Zeit zur Beantwortung, doch möchte ich in diesem Ratgeber-Beitrag kompakt darlegen, worauf es zu Weihnachten 2019 beim Drohnenkauf ankommt.

Zusätzlich stelle ich die Preis-Leistungs-Sieger und wenn möglich Weihnachts-Schnäppchen und –Deals vor.

Du bist doch nicht sicher, welche Drohne es sein soll? Kein Problem!

Was man für’s Geld bekommt

Low Budget
(max 50€)

  • unbrauchbare Kamera

  • kein FPV

  • Schnelligkeit & Flugspaß

Einstieg
(100-300€)

  • 5-12 MP

  • FPV

  • Erste Selfie-Modi

Highend & Profi
(ab 600€)

  • 12-20 MP, FullHD – 4K

  • hochauflösendes FPV

  • starke Selfie-Modi

Die nachfolgenden 5 Fragen helfen Dir, ein gutes Bild über Deine Möglichkeiten zu erhalten. Ob blutiger Anfänger, Technikinteressierter oder Foto-Fan – für jeden ist etwas dabei.

Die Drohne als Weihnachtsgeschenk: 5 wichtige Fragen

Mit oder ohne Kamera?

Die erste Frage, die man sich beim Kauf eines Copters stellen muss, ist die, ob es sich um eine Drohne mit Kamera handeln soll. Die meisten der modernen Drohnen besitzen eine Onboard-Kamera, die entweder in einem fest installierten, starren Winkel nach vorne sieht, oder mittels eines Gimbals (Kamerahalterung) flexibel geschwenkt werden kann. Auch zahlreiche Mini-Drohnen tragen eine kleine, meist sehr gering auflösende Kamera.

Die Drohnenkamera beschert dem Pilot allerdings nicht nur die Möglichkeit, die Welt aus der Vogelperspektive zu sehen, sondern auch einiges an Zusatzgewicht (weniger Flugzeit, trägeres Flugverhalten) sondern auch einen gewissen Aufpreis.

Die nachfolgenden Bilder entstanden Ende Dezember 2017 mit dem DJI Mavic Pro und Ende 2018 mit dem DJI Mavic Air, sowie 2019 mit dem DJI Mavic 2 Pro.

Kameradrohnen für schöne winterliche Luftbilder
Winterlandschaft mit Drohne aufgenommen
Heidelberger Wald mit Schnee aus der Luft mit Drohne aufgenommen
DJI Mavic 2 Pro Test Bild über Heidelberg

Flitzen oder Filmen?

An diese Problematik schließt sich die zweite Frage an, nämlich die der Verwendung: Soll die als Weihnachtsgeschenk gekaufte Drohne nur zum Herumflitzen genutzt werden oder tatsächlich Fotos und Videos erstellen  können? Ich bin selbst ein großer Fan von beiden Lagern, ich heize gerne mit kleinen wendigen Drohnen durch Haus und Garten, schätze aber auch die Videoauflösung der großen Drohnen, wie dem DJI Phantom 4 Pro V2 oder dem DJI Mavic 2 Pro.

Da zu Weihnachten Drohnen häufig als Spaßcopter verschenkt werden, empfehle ich hier auch einige Flitzer für Zuhause, die beim Fliegen wirklich Spaß machen.

Weihnachtsgeschenk für Kinder oder Erwachsene?

Da zum Weihnachtsfest ja nicht nur Kinder beschenkt werden (Gott sei Dank!) und vielfach Ehefrauen und Freundinnen für Ihre Partner Drohnen kaufen, muss die Frage gestellt werden, für wen die Drohne angeschafft wird. Denn: Viele kleine und große Multicopter setzen auf Apps, Smartphones und zusätzliche Technik, die den Flug intuitiver und interaktiver machen. Für Kinder kann das leicht zu kompliziert und umfangreich werden.

Zudem sollte man darauf achten, dass der Copter, wenn er als Weihnachtsgeschenk für Kinder unter dem Tannenbaum liegt, auf deren Verantwortungsbewusstsein angepasst ist. Will heißen: Lieber leichtes Gewicht, geringere Reichweite und weiche Propeller. Das reduziert die Verletzungs- und Beschädigungsgefahr erheblich und macht den Copter zu dem was er bei Kindern wirklich sein sollte: Spielzeug.

Anfänger oder Fortgeschrittene?

Die vorletzte und nicht unerhebliche Frage richtet sich nach dem Kenntnisstand der Piloten: Ist das Geschenk für jemanden gedacht, der schon einmal mit einer Drohne geflogen ist? Hat der Beschenkte schon Erfahrungen mit einer solchen Technik gemacht oder ist technisch interessiert? Falls nicht sollte man eine Drohne kaufen, die den Piloten sanft in die Welt des Copterflugs einführt und mit Assistentenmodi unterstützt. Ansonsten könnte schon wenige Tage nach Weihnachten ein fataler Crash ein jähes Ende einleiten.

Damit das nicht passiert, sind hier auch Drohnen gelistet, die für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet sind.

Der Preis: Wie teuer soll das Weihnachtsgeschenk sein?

Die letzte und womöglich für viele wichtigste Frage bezieht sich auf das Budget, das für das Geschenk zu Weihnachten zur Verfügung steht. Üblicherweise ist bei 50 Euro (Kinder), beziehungsweise 100 Euro (Männer) Schluss, aber keine Sorge: Selbst mit diesem, für gute Drohnen etwas geringem, Budget lassen sich schöne Geschenke-Schnäppchen finden.

Eines dieser Schnäppchen ist beispielsweise der Ryze Tello, eine per Smartphone gesteuerte Drohne mit Höhenhaltung, Hinderniserkennung und 5 MP-Kamera. Mit einem Preis unter 100 Euro hätte man ein solches Technikwunder vor einigen Jahren nicht kaufen können. Für Weihnachtseinkäufe also ideal!

Die besten Drohnen für Weihnachten 2019 nach Preisklassen:

Bis 50 Euro

Drohnen unter 20 Euro im Test & Vergleich

Low-Budget Spielzeug-Drohnen bis 50 Euro

Das darf man von einer 50-Euro-Drohne erwarten:

  • 5 Minuten Flugzeit

  • 20 Meter Reichweite

  • keine Kamera

Die beste Drohne, die es Weihnachten 2019 für unter 50 Euro gibt ist der HS170 Quadrocopter für 30 Euro*

Bis 100 Euro

Der Preisbereich zwischen 50 und 100 Euro ist das Brot-und-Butter-Segment für Einsteiger-Drohnen. Hier hat man, besonders wenn es sich um ein (günstiges) Weihnachtsgeschenk handelt, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Beste Drohne unter 100 Euro: DJI Ryze Tello

Für mich 2019 die beste Mini-Drohne unter 100 Euro: Ryze Tello.

Das darf man von einer 100-Euro-Drohne erwarten:

  • 5 Minuten Flugzeit

  • 50 Meter Reichweite

  • 3 MP Kamera, 720p Video

  • sehr gut: stabiles FPV

  • sehr gut: gute Smartphone-App

  • keine Kamera

Bis 100 Euro ist insbesondere der schon angesprochene Ryze Tello die Drohne der Stunde und mein Anwärter für die beste Low-Budget-Drohne 2019. Zum Ryze Tello Test.

Bis 300 Euro

Wer Weihnachten 2019 mehr als 200 Euro für einen Quadrocopter ausgeben möchte, kann schon ein wenig auf den Bereich der Selfie-Drohnen schielen. Vor zwei oder drei Jahren war das noch Utopie! Diese Copter haben nicht nur erste Ansätze stabiler Positionierung (GPS, GLONASS) sondern auch intelligente Flugmodi, mit denen Selfie-Videos und –Fotos möglich sind. Als Weihnachtsgeschenk laden diese Drohnen zum sofortigen Testen vor der Tür ein, natürlich mit der Hoffnung, dass es Heiligabend 2019 endlich einmal wieder Schnee gibt.

UPair One Drohne: Günstiger 4K Quadrocopter

Upair One Drohne gibt es 2019 in der zweiten Version

Das darf man von einer 300-Euro-Drohne erwarten:

  • 15 Minuten Flugzeit

  • 300 Meter Reichweite

  • 8 MP Kamera, 2,7k Video

  • stabiles FPV

  • gute Smartphone-App

  • GPS

Gute Vertreter dieser Preisklasse sind 2019 beispielsweise die UPair One mit einer 2,7K Kamera für 289 Euro* oder die HS700 für GoPro-Besitzer für 300 Euro*.

Bis 600 Euro

Zwischen 300 und 600 Euro haben Multicopter nichts mehr mit billigem Spielzeug gemeinsam. Die Komponenten sind hochwertig, es wackelt nichts, die Kamera ist entweder FullHD oder gar 4K und Einzelfotos haben eine Auflösung, mit der sich wirklich arbeiten lässt. Die im Sommer 2018 vorgestellte Parrot Anafi oder der DJI Spark sind hier die Top-Anwärter als Kauftipp für Weihnachten.

Parrot Anafi Drohne

Faltbar, 4K, Selfie-Modi, Made in France: Die Parrot Anafi

Das darf man von einer 600-Euro-Drohne erwarten:

  • 15-20 Minuten Flugzeit

  • 500-2000 Meter Reichweite

  • 12 MP Kamera, 2,7k Video

  • FPV in 720p über weite Distanzen in guter Smartphone-App

  • Ausgereifte Flugmodi (Selfie, Follow, Orbit,…)

  • sehr gut wäre: 12+ MP, 4K Video

  • sehr gut wäre: faltbare Drohne (falls gewünscht)

Interessant ist in diesem Preisrahmen die Parrot Anafi. Ich selbst habe Multicopter des französischen Herstellers immer für die hohe Qualität geschätzt. Unterhalb der teuren DJI-Drohnen dürfte die Anafi die beste 2019er Drohne auf dem Markt sein. Die Parrot Anafi auf Amazon ansehen*

Ab 600 Euro

Wer zu Weihnachten über  600 Euro für eine Drohne ausgeben will, kann sich die Crème de la Crème herauspicken. Aufregende autonome Flugmanöver gehören hier ebenso zum Repertoire wie eine punktgenaue und präzise Positionierung, Reichweiten jenseits der 5 km und sowie Flugzeiten von über 20 Minuten. Die besten Drohnen haben Kameras, die 4K HDR-Videos aufzeichnen und Einzelfotos mit 20 MP anfertigen.

DJI Mavic Air Testbericht zur neuen Drohne

DJI Mavic Pro & DJI Mavic Air im Test.

Mavic 2 Pro Test

Beste Drohne 2018: DJI Mavic 2 Pro.

Das darf man von einer Top Kameradrohne erwarten:

  • 25 Minuten Flugzeit

  • 5km Reichweite

  • 12-20 MP Kamera mit 4k Video

  • Hochauflösendes FPV-Erlebnis

  • Viele ausgereifte Flugmodi (Selfie, Follow, Orbit,…)

  • sehr gut wäre: 12+ MP, 4K Video

  • faltbares Design

Zwei dieser Modelle sind der DJI Mavic Pro 1 und der DJI Mavic Air. Beide sind schon 1-2 Jahre alt und daher herrlich im Preis reduziert. Ich besitze sowohl Pro als auch Air und habe diese im Drohnen-Vergleich vorgestellt. Weihnachten 2019 sind sie mein absoluter Kauftipp für Highend-Drohnen. Wer kein Preislimit kennt, sollte einen mutigen Blick auf die neue Version, den DJI Mavic 2 Pro respektive Zoom wagen. Beide Modelle sind jedoch jenseits der 1000 Euro-Marke angesiedelt.

Oldies but Goldies: Reduzierte Schnäppchen 2019

Weihnachten ist als Zeitraum recht interessant für Schnäppchenjäger und Preisfüchse: Einerseits wollen Marken und Reseller ihre Produkte noch vor Jahreswechsel an den Mann bringen und damit Platz für die neue Ware schaffen. Zum anderen liegt Weihnachten nach dem Black Friday und seinen Mega Deals.

Fazit und Empfehlungen

Mit Blick auf die vielen verschiedenen Copter, die aktuell verfügbar sind, möchte ich mich im Fazit auf zwei Modelle reduzieren: Einerseits den günstigen Ryze Tello*, der viele Features hochwertiger Drohnen umsetzt – zwar in abgespeckter Version aber immernoch bedeutend besser als andere Copter seiner Preisklasse. Die zweite Empfehlung ist der im Preis deutlich reduzierte DJI Mavic Pro*, der als faltbare Drohne alles beinhaltet, was man sich für Luftaufnahmen in Urlaub und Alltag wünschen könnte.

Als abschließendes Wort möchte ich noch auf den Abschluss einer Versicherung verweisen, sowie das Anbringen einer Drohnenplakette. Beides ist bei Modellen ab 250 Gramm Abfluggewicht (also quasi alles ab 300 Euro) Pflicht und sehr kostengünstig und unkompliztiert zu beschaffen. Alternativ: Gute Drohnen unter 250 Gramm.

Bei Highend-Drohnen empfiehlt sich zudem ein Blick auf notwendiges Zubehör oder gute SD-Karten. Bei Fragen bin ich wie immer unter sebastian@drohnen-vergleich.de erreichbar und helfe gerne weiter.

Ich wünsche fröhliche Weihnachten 2019, einen guten Rutsch und viel Spaß beim Schenken!