Von: Sebastian, Datum: 22.05.2016

Drohne & Erlaubnis: Was man mit der Drohne darf

Nachdem in den vorherigen Teilen über Hintergrund, Funktionsweise, Anwendungen, und Versicherungen (Links finden Sie weiter unten) berichtet wurde, dreht sich das Thema dieses 5. und ungemein wichtigen Teils um die Frage, was man mit einer Drohne darf – und was nicht. Diese, für Hobbys wichtigen, Punkte sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen und können sich ändern.

Wer darf eine Drohne fliegen

Für das Steuern einer Drohne gibt es kein vorgeschriebenes Mindestalter.

Wo darf man fliegen

Wer über seinem Haus und Garten fliegen möchte kann das gerne tun, sollte aber vielleicht vorher die Nachbarn in einem kurzen Gespräch aufklären. Fliegt man über die Grundstücksgrenze hinaus, gelten nach §1004 BGB nachbarrechtliche Abwehransprüche, die allerdings keine Legitimation dafür sind, den Multicopter gewaltsam vom Himmel zu holen. In diesem Fall hätte der Pilot einen Anspruch auf Schadensersatz.

Ungeachtet der Versicherungsvorgaben – manche Versicherungen schreiben vor, ausschließlich im eigenen Modellflugplatzareal zu fliegen – gelten folgende Vorgaben:

  • Man darf die Drohne nur im unkontrollierten Luftraum (bis 762 Meter) bewegen
  • Wer höher hinaus möchte benötigt dafür eine Sondergenehmigung
  • In der Nähe von Flugplätzen und Flughäfen kann der Flugraum begrenzt werden
  • Seit 2015 gibt es eine Sperrzone (1,5 Km), die das Fliegen von UAVs/ UAS/ RPAS (Unbemannten Flugsystemen) untersagen.
  • Nur in direkter Sichtweite (ohne Zuhilfenahme von Ferngläsern, FPV-Brille etc.) darf geflogen werden
  • Bemanntem Verkehr ist immer auszuweichen
  • Ob großer Copter oder Mini Drohne: Nicht geflogen werden darf über Menschenansammlungen, Kraftwerken, Krankenhäusern und militärischen Objekten. Ebenso sollten Unglücksorte, Polizeieinsätze usw. tabu sein!

Geht es um Consumer-Drohnen bis 5 Kilogramm Gesamtgewicht darf man sich ohne zusätzliche Genehmigungen im freien Raum bis zu einer Höhe von 30 Metern bewegen. Örtlich kann es jedoch auch Einschränkungen geben, weshalb man sich unbedingt vorab informieren sollte.

Was darf man filmen/ fotografieren?

Dem Filmen und Fotografieren mit der Drohne steht eigentlich recht wenig im Weg – solange man fair mit der erlangten Macht umgeht. Es ist natürlich untersagt, das Nachbargrundstück und Personen über die Hecke auszuspähen, wie abgelichtetes fremdes Eigentum für seine Zwecke (Facebook, Verkauf) zu nutzen. Was man zudem nicht darf, ist die Privatsphäre der abgelichteten Personen zu verletzen. Wem dies nicht einleuchtet, möge bitte davon absehen, eine Drohne zu kaufen.
Vielzitiert ist zudem die sogenannte Panoramafreiheit, also all das, was ein Fußgänger von der Straße aus sieht. Wer sich durch die Perspektive aus der Luft einen Vorteil verschafft, muss mit Ärger rechnen, zumal manche Gebäude urheberrechtlich geschützt sind. Vorher um Erlaubnis bitten ist in jedem(!) Fall Pflicht!
Wer mit den Bildern Einnahmen erzielen möchte handelt gewerblich und benötigt dafür eine Aufstiegsgenehmigung.

Aufstiegsgenehmigung

Fliegt man ausschließlich zum Zwecke des Hobbys und verwendet dafür eine Drohne mit einem maximalen Gewicht von 5 Kg (worunter alle Einsteiger-Drohnen und Mini-Drohnen fallen) benötigt man keine Aufstiegsgenehmigung. Gewerbliche Piloten müssen allerdings eine Aufstiegsgenehmigung beantragen, für die das dem Bundesland entsprechende Luftfahrtbundesamt zuständig ist. Diese (vereinfachte) generelle Aufstiegsgenehmigung gilt dann über die Dauer von zwei Jahren für Flugmodelle mit einem Gesamtgewicht von bis zu 5 Kg und in einer maximalen Flughöhe von 100m. Für den Einsatz einer Drohne innerhalb der Zulässigkeiten einer Aufstiegsgenehmigung gelten zudem strenge Regeln, die vom Antragsteller sorgsam geprüft und eingehalten werden sollten.

Versicherungspflicht

Egal ob zu Hobby- oder professionellen Zwecken mit einem Multicopter fliegt: Grundsätzlich gilt, dass man für das Fliegen einer Drohne eine gesonderte Haftpflichtversicherung benötigt. Was leider vielfach unbekannt ist oder wissentlich ignoriert wird, ist, dass die private Haftpflicht etwaige Unfälle nicht(!) abdeckt. Im Bereich der Drohnen Versicherungen habe ich 3 Versicherer vorgestellt, die bei Piloten beliebt sind. Es ist zudem der Versicherung zu melden, wenn das UAV außer Kontrolle gerät.